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Berührung - Balsam für die Seele
Berührungen wirken wohltuend und heilend, denn sie schaffen Vertrauen und Geborgenheit. Gerade im Tantra ist jedoch jede körperliche Berührung zwischen zwei Menschen zugleich auch eine Berührung von Herz zu Herz. Die Tantra-Massage lädt Dich auf eine spannende Entdeckungsreise ein.
»Der edelste aller Sinne ist der Tastsinn, denn in ihm wohnt die Seele. Dehnt sich der Tastsinn aus, wächst zugleich auch die Seele ...«
(Charaka Samitha)
Im Mittelpunkt der Tantra-Massage steht die Berührung - die sinnliche Berührung von Haut zu Haut, die im Tantra immer auch eine Berührung von Herz zu Herz und Seele zu Seele ist.
Tantra lädt Dich ein, Dich hautnah auf die Magie der Berührung einzulassen.
Zärtlichkeit, Nähe sowie Berührungen sind für jeden Menschen wichtig. Psychologen weisen darauf hin, dass Hautkontakt eine wichtige Voraussetzung für körperliche und seelische Gesundheit ist. Im Tantra sagt man sogar, dass der sinnliche Kontakt die einzige Möglichkeit ist, die Seele eines anderen Menschen wirklich tief zu berühren.
Umso bedauerlicher ist es, dass Berührungen in hoch zivilisierten Gesellschaften weitgehend tabu sind. Ein kurzes Händeschütteln und eine seltene Umarmung - viel mehr wird im Allgemeinen gesellschaftlich kaum akzeptiert; es sei denn, es geht um erotische Begegnungen.
Um wachsen und gedeihen zu können, brauchen wir Menschen die Berührung so sehr wie Blumen das Wasser. Während es etwa im Orient ganz normal ist, dass jeder Mensch - vom einfach lebenden Landarbeiter bis zum Großstadtbewohner- einige einfache Massagetechniken kennt, ist dies im Westen eher die Ausnahme. Die Tantra-Massage hilft dabei, die Kunst der Berührung zu erlernen.
Wohlbefinden geht durch die Haut
Der Hautkontakt bildet die Basis für eine gesunde Entwicklung. Wir wissen heute, dass es schwerwiegende Folgen haben kann, wenn Kleinkinder nur selten berührt und in den Arm genommen werden. Bei den betroffenen Kindern treten Aggressionen, Konzentrationsmangel, Bindungsunfähigkeit und andere Probleme gehäuft auf. Doch nicht nur in der Kindheit, auch danach ist Hautkontakt natürlich eine wichtige Voraussetzung für seelische Gesundheit und körperliches Wohlbefinden.
Die Haut ist mit einer Oberfläche von rund 1,6 Quadratmetern das größte unserer Sinnesorgane. Millionen von Sinneszellen registrieren nicht nur feinste Temperaturunterschiede, sondern auch jede noch so leichte Berührung. Über kleinste Tastkörperchen - die Rezeptoren - werden Berührungsreize an das Gefühlszentrum im Gehirn weitergeleitet. Angenehme Berührungen setzen dort Glückshormone wie Oxytocin frei: Diese häufig auch als »Kuschelhormon« bezeichnete Substanz löst Ängste und erzeugt einen wohligen, entspannten Zustand. Je mehr Sinneszellen aktiviert werden, desto größer ist die Wirkung. Während bei einem einfachen Händedruck nur rund 15.000 Rezeptoren angesprochen werden, sind es bei einer Umarmung bereits mehr als 100.000. Keine andere Form der Berührung stimuliert Haut und Seele so sehr wie eine Ganzkörpermassage.
Neben der Ausschüttung von Oxytocin regen Tantra-Massagen auch die Produktion von Endorphinen an. Diese Glückshormone wirken nicht nur schmerzlindernd, sie haben auch einen starken Einfluss auf unsere Stimmung. Folglich ist es nicht verwunderlich, dass wir uns nach der Massage so entspannt und zufrieden fühlen. Abgesehen von den physiologischen und psychologischen Wirkungen wird in der Tantra-Massage aber auch Wert auf die energetischen Wirkungen gelegt: Über die Reize, die die Haut während der Massage erfährt, kann auch die Aura, die Energiehülle des Körpers, positiv beeinflusst werden.
Tantra-Massagen – eine Insel der Ruhe
Jeder Mensch sehnt sich danach, geliebt und angenommen zu werden. In der Tantra-Massage werden Berührungen gezielt in Form kleiner Rituale gepflegt. Diese Rituale bauen Vertrauen auf und bewirken eine tiefe Entspannung von Körper und Seele.
Eine entspannte, ruhige Atmosphäre zu schaffen ist der erste - und vielleicht wichtigste - Schritt bei der Tantra-Massage. Gerade in unserer Zeit, in der Stress, Hektik und Termindruck zum Alltag gehören, ist es oft nicht leicht, richtig abzuschalten. Entspannung ist überlebenswichtig, denn Anspannungen und Stress wirken sich immer negativ aus: auf die Gesundheit, die Lebensfreude und die Sexualität.
Stress raubt unsere Lebensenergie, während die Gleichförmigkeit des Alltags dazu führt, dass unsere Lebendigkeit und Lebensfreude immer mehr auf der Strecke bleiben. Tantra ist das ideale Gegenmittel - sowohl gegen den Stress als auch gegen die Routine: Mit jeder noch so kurzen Tantra-Massage führen Sie ein kleines Ritual der Achtsamkeit durch und schaffen eine Insel der Ruhe und Zärtlichkeit. Auf diesen Inseln entwickeln Sie Ihre Sensibilität und Wachheit. So bietet jede Massage letztlich die Chance, zu sich zu kommen und sich selbst und seine innersten Bedürfnisse wieder zu spüren.
Wecke Deine Sinne
Man könnte Tantra auch den »spirituellen Weg der Sinnlichkeit« nennen. Tatsächlich besteht ein wichtiges Ziel sämtlicher Tantra-Techniken darin, die Sinnlichkeit zu wecken - dies gilt natürlich auch für die Tantra-Massage. Zärtliche Hände, duftende Öle und eine erotische Atmosphäre sorgen für sinnliche Erlebnisse, die uns tief »berühren« können. Unsere Lebendigkeit hängt sehr von unserer Fähigkeit ab, die Welt über unsere Sinne wahrzunehmen. Mit etwas Übung können wir unsere Sinne entwickeln und verfeinern. Das lohnt sich - denn sinnliche Menschen sehen, hören, schmecken und spüren mehr als andere.
Durch Tantra-Massagen
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erlebst Du eine Atmosphäre der Nähe und Geborgenheit
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entwickelst Du Deine Sinne und Deine Sinnlichkeit
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stärkst Du Deine sexuellen Energien
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können sich Blockaden in den Chakras, den sieben Energiezentren, lösen
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lernst Du, Dich auf Dein Gespür und Deine Intuition zu verlassen
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kannst Du einen neuen Raum für liebevolle Begegnungen schaffen
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lösen sich Muskelverspannungen und seelische Anspannungen auf
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werden Glückshormone wie Oxytocin oder Endorphine im Gehirn freigesetzt
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werden Nacken-, Rücken- und Kopfschmerzen gelindert
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wird das Immunsystem gestärkt
Insbesondere der Tastsinn ist bei vielen Menschen relativ schlecht entwickelt. In diesem Fall sind Tantra-Massagen ideal, denn sie verbessern das Ge-fühl für uns selbst und unseren Partner. Tantra fordert uns dazu auf, alle unsere Sinne zu entfalten.
Nur wenn wir die Tore zur Welt weit öffnen und uns gezielt den Schönheiten des Daseins zuwenden, können wir sinnerfüllt und intensiv leben und lieben.
Berührung als Meditation
Unsere Tantra-Massage werden immer in einer sinnlichen und ruhigen Atmosphäre durchgeführt. Angenehme Reize wie Düfte, Klänge, Wärme oder wohlige Berührungen dienen dabei alle nur einem einzigen Zweck - die Seele zu berühren.
Im Tantra geht es noch um etwas anderes: Tantra und Yoga entstammen den gleichen Wurzeln. Während Yoga allerdings eher asketisch ausgerichtet ist, setzt Tantra ganz auf Lust und Lebensfreude. Die Unterschiede sind jedoch nicht so groß, wie sie scheinen mögen: Ebenso wie Yoga ist auch Tantra eine Form der Meditation. Während man im Yoga jedoch für sich allein meditiert, ist Tantra eine Meditation zu zweit. Gerade in der Tantra-Massage ist der meditative Aspekt besonders wichtig. Jede Berührung ist eine Kommunikation ohne Worte. Genau diese Art der Kommunikation wird in der Tantra-Massage besonders gepflegt. Nur dadurch ist ein intensiver energetischer Austausch möglich. Meditation ist übrigens weder kompliziert noch exotisch, sondern ganz nahe liegend: Es geht lediglich darum, sich auf seine eigene Mitte und auf den Augenblick zu konzentrieren, tief in sich hineinzuspüren und sich für neue Erfahrungen zu öffnen.
Eines der Ziele der Tantra-Massage besteht darin, Ängste, Hemmungen und sexuelle Blockaden abzubauen und mehr innere Freiheit zu erlangen. Diese tief verwurzelten Blockaden können natürlich nicht von heute auf morgen aufgelöst werden - doch Berührungen, die in einer meditativen Stimmung ausgetauscht werden, bauen schnell ein stabiles Fundament auf, auf dem Nähe und Vertrauen wachsen und gedeihen können.
Heilende Wirkung
Jede Art von Massage wirkt sich sowohl auf den Körper als auch auf die Seele positiv aus. Massagen haben heilende Wirkungen und gehören nicht umsonst zu den ältesten Therapiemethoden der Menschheit. Wissenschaftler haben sogar herausgefunden, dass regelmäßige Berührungen unsere Lebenserwartungen um einige Jahre erhöhen können. Viele Wirkungen der Tantra-Massage entsprechen denen anderer Massageformen - doch einige gehen auch weit darüber hinaus.
Was Du (auch noch) über Tantra-Massagen wissen solltest
Seit einiger Zeit findet Tantra auch hierzulande eine zunehmende Zahl von Anhängern. Sicher wird es nicht mehr lange dauern, bis auch Tantra ähnlich beliebt sein wird wie Yoga oder Ayurveda, da Tantra dem westlichen Menschen gerade heute sehr viel zu bieten hat.
Noch vor wenigen Jahrzehnten waren indische Weisheitslehren wie Yoga, Tantra oder Ayurveda in der westlichen Welt so gut wie unbekannt. Yoga war die erste der drei Methoden, die sich in Europa und in den USA verbreiten konnte: Heute weiß fast jeder, was Yoga bedeutet. Bei Ayurveda hat das länger gedauert. Mittlerweile jedoch hat sich auch die altindische Heilkunde als fester Zweig der alternativen Therapie im Westen etabliert. Es versteht sich, dass die klassischen indischen Lehren an westliche Verhältnisse angepasst werden müssen, um praktikabel zu sein und ihre Wirkung zu entfalten. Täglich komplizierte Yogastellungen und schwierige Atemtechniken zu üben oder Shiva-Gebete zu rezitieren ist für den westlichen Menschen nicht sinnvoll.
Trotzdem schwören viele Menschen - gerade aus den westlichen Kulturen - auf Yoga, da schon kurze, einfache Übungsprogramme neue Energien schenken, den Körper jung halten und den Geist entspannen.
Auch Tantra muss mit den westlichen Bedürfnissen und Möglichkeiten in Einklang gebracht werden.
Massage - die Urform der Therapie
Zunächst einmal ist die Tantra-Massage eine Form der Massage - eine Be-Hand-lung also. Dabei ist ein Partner der Gebende und der andere der Empfangende. Die heilende Berührung gehört zu den ältesten Behandlungsweisen überhaupt. Weltweit haben sich die unterschiedlichsten Arten von Massagen entwickelt - einige von ihnen sind bereits mehrere Jahrtausende alt.
Im Alten Ägypten waren Massagen mit aromatischen Salben schon zu Zeiten der Pharaonen beliebt. Neben Ganzkörpermassagen kannte man bereits damals einfache Formen der Fußreflexzonenmassage sowie sexuell anregende Massagen. In Europa waren es die Griechen, die als erste aphrodisische Massagen einsetzten. In Griechenland galt Aphrodite als Göttin der Lust, Sinnlichkeit und Liebe und als Kennerin sexuell anregender Pflanzen. Bei den Griechen - ebenso wie später bei den Römern - wurde die Erotik in vielerlei Varianten gepflegt: unter anderem in Form von Massagen.
Doch auch in der Heilkunst genossen Massagen hohes Ansehen: So empfahl bereits Hippokrates, der Urvater der Medizin, den Ärzten der Antike, die »Kunst des Reibens zu erlernen«. Zu den Massageformen, die im Westen heute besonders verbreitet sind, gehören die schwedische Massage sowie die Bindegewebs- und die Fußreflexzonenmassage. Während Massagen in Thailand und vielen Gegenden Indiens zum täglichen Leben gehören und vor allem dem Wohlbefinden dienen, werden Massagen im Westen meistens therapeutisch eingesetzt.
Ayurveda und Tantra-Massage
Viele Techniken der Tantra-Massage wurden vom Ayurveda - der indischen »Wissenschaft vom langen Leben« - beeinflusst. Vor allem die würzigen Ölmischungen, die in der Ayurveda-Massage eingesetzt werden, um die Lebensenergie in Balance zu bringen und Körper und Seele zu entspannen, spielen auch in der Tantra-Massage eine große Rolle. Beide Methoden, Tantra und Ayurveda, haben die gleichen Wurzeln: Sie stammen aus Indien und sind Jahrtausende alt, werden aber erst wesentlich später in den Veden, den Heiligen Schriften Indiens, beschrieben. Ebenso wie Tantra beschäftigt sich auch der Ayurveda mit der Kontrolle der universellen Lebensenergie - doch während es im Tantra um die Seele geht, wendet sich Ayurveda ganz der Heilung zu. Wörtlich übersetzt bedeutet Ayurveda »Lebensweisheit«. Ebenso wie Tantra wurzelt die Ayurveda-Philosophie tief in der indischen Mythologie.
Ziel des Ayurveda ist es, Krankheiten zu vermeiden und die Harmonie im Körper, in den Gefühlen, Gedanken und in der Lebensweise wiederherzustellen. Im Mittelpunkt der Therapie stehen Pulsdiagnosen, Reinigungsmethoden und eine typgerechte Ernährung. Ferner kommen Meditation, Atemtechniken und Ölmassagen, wie sie auch in der Tantra-Massage eingesetzt werden, zur Anwendung.
Empfangen statt Geben
Vergiss den Gedanken, dass Du bei der Tantra-Massage etwas tun musst. Hineinfinden, Loslassen und Zulassen - darum geht es in der Tantra-Massage.
Wenn Du Dich ganz auf Dich selbst konzentrierst und den Dingen ihren Lauf lässt, wirst Du von Deinen Empfindungen verblüfft sein. Die Tantra-Massage ist eine Form der Meditation, bei der Du Deine Wahrnehmung nach innen richtest.
Was spürst Du? Welche Gefühle tauchen auf? Was geschieht mit Deinem Atem, während Du massiert wirst? Sei entspannt und richte Deine Aufmerksamkeit vollkommen auf das Hier und Jetzt.
Die bewusste, liebevolle Berührung ist der Schlüssel, der verschlossene Türen. Gerade während der Tantra-Massage strömt Energie ständig von den Händen zur Haut und von Herz zu Herz.
Geben und Empfangen in Harmonie
Tantra-Massage ist eine lebendige Kommunikation - eine Sprache ohne Worte!
Dabei werden Berührungen, Zärtlichkeiten und Energien ausgetauscht. Trotzdem ist es von Bedeutung, dass die Rollen klar verteilt sind. Der eine gibt, der andere empfängt.
Die spirituelle Dimension
Mithilfe der Tantra-Massage kannst Du hinter die Oberfläche blicken und die Geheimnisse Deiner eigenen Gefühle entdecken.
Im Sinne des Tantra repräsentieren Shiva und Shakti die männliche und die weibliche Urenergie in jedem Mann und in jeder Frau.
Tantra-Massagen helfen dabei, falsche Moralvorstellungen abzulegen. Das ist wichtig, da sich eine körperfeindliche Einstellung gegen die Philosophie des Tantra richtet, nach der der Körper der Tempel der Seele ist. Wer den Körper ablehnt, lehnt auch die Lust ab - das kann eine Vielzahl von Problemen verursachen. Dazu gehören Berührungsängste, Hemmungen oder Potenzprobleme ebenso wie Schuldgefühle, Versagensängste und Orgasmusschwierigkeiten.
Im Tantra - ebenso wie in der Tantra-Massage - sollte es keine Tabus geben. Im Gegenteil: Wir sollten lernen, unsere sexuelle Natur zu achten und vollkommen zu akzeptieren. Gesellschaftliche Normen sind dabei ganz und gar unwichtig, denn laut Tantra sind Liebe, Erotik und Sexualität heilig.
Tantra ist nichts anderes als der Yoga der Liebe. Ebenso wie Yoga zielt auch Tantra letztendlich darauf ab, Samadhi - die höchste Glückseligkeit - zu erleben. Der Unterschied besteht darin, dass man im Yoga den Weg zum Gipfel alleine geht, während wir die Reise im Tantra mit Ihnen gemeinsam antreten.
Kurzer Blick auf die Geschichte
Der Ursprung des Tantra geht auf die ersten Hochkulturen der matriarchalisch geprägten Zivilisation zurück und ist viele Jahrtausende alt. Tantra ist ein Sanskrit-Begriff, der mit »Gewebe« oder »Zusammenhang« übersetzt werden kann, sich ursprünglich jedoch auf die Tantras - eine hinduistische Literaturgattung - bezieht. In ihnen werden Gespräche zwischen der männlichen Gottheit Shiva und der Göttin Parvati - die eine Personifizierung Shaktis ist - beschrieben. Es geht in diesen Dialogen vorwiegend um geheime Rituale, die dazu dienen, die Sinnlichkeit und Sexualität auf eine göttliche Stufe zu erheben.
Alte Zeugnisse tantrischer Lebenslust finden wir in den Ruinen indischer Tempel, beispielsweise in den Überresten des Sonnentempels in Konarak.
Tantra bekennt sich seit alters her zur Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Mehr noch: Tantra verehrt die göttliche Urmutter - Shakti - als Schöpferin des Lebens. Die Rückbesinnung auf das Weibliche brachte den Tantra-Anhängern zahlreiche - vor allem männliche - Feinde ein, was auch der Grund dafür ist, dass die Rituale unter strenger Geheimhaltung zelebriert wurden. In seiner weiteren Geschichte wurde Tantra sowohl vom Buddhismus als auch vom chinesischen Daoismus beeinflusst. In seiner klassischen Form wird der Tantrismus heute nur noch in wenigen Teilen Indiens gepflegt. Inzwischen hat sich jedoch eine zeitgemäße, westlich beeinflusste Tantra-Kultur gebildet.
Shakti und Shiva
Die Gottheiten Shakti und Shiva verkörpern den weiblichen und männlichen Pol. Shakti entspricht der Mondenergie beziehungsweise dem chinesischen Yin, Shiva der Sonnenenergie oder dem chinesischen Yang. Ebenso wie Yin und Yang ergänzen sich Shakti und Shiva im ewigen Wechselspiel.
Shakti - die Mutter aller Dinge
Shakti (Sanskrit: Kraft) steht im Tantra für das weibliche Urprinzip, die höchste Göttin. Dank der Shaktis, der von männlichen Gottheiten ausgesendeten Energien, erschuf sie das ganze sichtbare Universum.
Shakti ist dementsprechend die Mutter aller Dinge und erscheint in der indischen Mythologie sowohl als Kali - die Zerstörerin - als auch als Parvati - die liebevolle, wohltätige Göttin der Sinnlichkeit. Shakti symbolisiert das Prinzip der ursprünglichen Lebenskraft. Vom Schöpfungsprozess müde geworden, ruht die weibliche Urenergie in Form der Kundalini - der Kraft der schlafenden Schlange - im Beckenboden, also im untersten Chakra.
Durch Tantrapraktiken wie beispielsweise die Tantra-Massage kann die sexuelle Urkraft geweckt und somit auch die Basis für die weitere spirituelle Entwicklung geschaffen werden.
Shiva - die Kraft des Männlichen
Shiva (Sanskrit: Der Gnädige) verkörpert die männliche Energie und gilt im Hinduismus als allmächtiger Herrscher der Welt. Im Tantra wird Shiva als der aktive Pol der Erotik und Sexualität verehrt, ebenso als Herrscher über den Tod und als Gott des Erwachens und der Erkenntnis. Er repräsentiert das kosmische Bewusstsein, das seinen Sitz im obersten Chakra hat. So, wie in jedem Menschen die weibliche Urenergie Shakti ruht, kann jeder Mensch auch Shiva und somit das reine, göttliche Bewusstsein in sich entwickeln. Zu den bekanntesten Darstellungen Shivas gehören Nataraja - der kosmische Tänzer in Menschengestalt - sowie das Lingam-Symbol, ein phallisch geformter Kultstein.
Kundalini, die Kraft der Schlange
Ebenso wie bestimmte Yogaformen zielt auch Tantra darauf ab, »die Kundalini zu erwecken«. Was bedeutet das? Die bilderreiche Sprache des Alten Indiens benutzte die Schlange als Symbol für die Lebensenergie. Kundalini bedeutet Schlangenkraft, und das Erwecken dieser Kraft entspricht dem Prozess des geistigen Erwachens.
Kundalini wird meistens in Form einer zusammengerollten Schlange dargestellt, die im Beckenboden ruht. Durch Atemübungen, Liebesstellungen und eine gesunde Lebensweise sowie durch Massagen kann diese Energie aktiviert werden. Sobald die Kundalini und damit die Lebensenergie erwacht, steigt sie nach und nach an der Wirbelsäule aufwärts, wobei sie alle sieben Energiezentren - die so genannten Chakras - passiert und miteinander verbindet. Ähnlich wie in der europäischen Symbolik des Aeskulapstabes wird der Prozess der Ent-Wicklung bildlich durch die Schlange dargestellt, die sich um die Wirbelsäule herum aufwärts schlängelt. Letztendlich geht es bei der Entfaltung der Kundalini-Energie folglich darum, die sexuelle Kraft zu entwickeln - sie von unten nach oben, von der irdischen in die himmlische Sphäre zu lenken und beide Pole miteinander zu verbinden. Dieser Prozess spiegelt sich auch in der Tantra-Massage wider - wo zunächst von unten nach oben - von den Füßen zum Kopf - und anschließend in umgekehrter Richtung - wieder zurück zur Quelle der sexuellen Lebensenergie - zum Beckenbereich - gearbeitet wird. |